Beim Blick auf eine Garnbanderole begegnen dir unterschiedliche Faserarten. Grundsätzlich lassen sie sich in zwei große Gruppen einteilen: tierische Fasern und pflanzliche Fasern. Beide haben eigene Eigenschaften – und eignen sich je nach Projekt unterschiedlich gut.
Was sind tierische Fasern?
Tierische Fasern stammen vom Fell oder Haar von Tieren.
Beispiele:
- Schurwolle (Schaf)
- Merino
- Alpaka
- Kaschmir
- Mohair
- Yak
- Seide (aus Kokons der Seidenraupe)
Sie bestehen überwiegend aus Proteinfasern.
Typische Eigenschaften
Tierische Fasern sind meist:
- elastisch
- wärmend
- temperaturregulierend
- feuchtigkeitsausgleichend
- leicht selbstreinigend
Wolle kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Außerdem besitzt sie eine natürliche Kräuselung, die für Elastizität sorgt.
Was sind pflanzliche Fasern?
Pflanzliche Fasern stammen aus Pflanzenbestandteilen wie Samen, Stängeln oder Zellulose.
Beispiele:
- Baumwolle
- Leinen (Flachs)
- Hanf
- Viskose (aus Zellulose gewonnen)
- Bambus-Viskose
Sie bestehen überwiegend aus Zellulosefasern.
Typische Eigenschaften
Pflanzliche Fasern sind meist:
- atmungsaktiv
- kühlend
- formstabil
- wenig elastisch
- pflegeleicht
Sie haben keine natürliche Kräuselung, weshalb sie weniger dehnbar sind als Wolle.
Der direkte Vergleich
| Merkmal | Tierische Fasern | Pflanzliche Fasern |
|---|---|---|
| Wärmeleistung | hoch | mittel bis gering |
| Elastizität | hoch | gering |
| Kühlwirkung | gering | hoch |
| Feuchtigkeitsaufnahme | sehr gut | gut |
| Pflege | sensibler | meist unkompliziert |
| Jahreszeit | Herbst/Winter | Frühling/Sommer |
Wann eignet sich welche Faser?
Für Winterprojekte
Pullover, Mützen oder dicke Cardigans profitieren von tierischen Fasern, da sie wärmen und isolieren.
Für Sommerprojekte
Tops, leichte Tücher oder Babykleidung im Sommer funktionieren gut mit Baumwolle, Leinen oder Bambus-Viskose.
Für Alltagskleidung
Mischgarne kombinieren häufig beide Faserarten, um Komfort und Stabilität zu verbinden.
Ein wichtiger Unterschied: Elastizität
Wolle springt in ihre ursprüngliche Form zurück.
Baumwolle oder Leinen behalten eher ihre Form und dehnen sich nicht wieder zusammen.
Das wirkt sich besonders bei Bündchen oder figurbetonten Kleidungsstücken aus.
Fazit
Tierische Fasern wärmen, regulieren Temperatur und sind elastisch. Pflanzliche Fasern kühlen, sind formstabil und pflegeleicht. Welche Faser besser ist, hängt nicht vom „Wert“, sondern vom Projekt und der Jahreszeit ab.


