Angora und Mohair werden häufig verwechselt. Beide Fasern sind weich, leicht und flauschig. Trotzdem stammen sie von unterschiedlichen Tieren und unterscheiden sich deutlich in Struktur, Wirkung und Einsatzbereich.
Herkunft der Fasern
Angora stammt vom Angorakaninchen. Die Tiere werden regelmäßig geschoren oder ausgekämmt. Die Faser ist sehr fein und besonders weich.
Mohair stammt von der Angoraziege. Diese Ziegen werden ein- bis zweimal im Jahr geschoren. Mohairfasern sind länger, glatter und besitzen einen natürlichen Glanz.
Obwohl beide Tiere „Angora“ im Namen tragen, handelt es sich also um völlig unterschiedliche Fasern.
Haptik und Optik
Angora ist extrem weich und besitzt einen starken Flausch. Die feinen Härchen stehen sichtbar vom Garn ab und erzeugen einen sehr weichen, wolkigen Effekt.
Mohair ist ebenfalls flauschig, wirkt aber etwas strukturierter. Es hat eine glattere Oberfläche und einen dezenten Glanz. Der sogenannte „Halo“-Effekt ist vorhanden, aber oft etwas kontrollierter als bei Angora.
Typische Eigenschaften im Überblick:
Angora
- sehr weich
- stark flauschig
- besonders leicht
- sehr warm
Mohair
- weich, aber etwas fester
- leicht glänzend
- strapazierfähiger
- formstabiler als Angora
Wärmeleistung
Beide Fasern sind sehr wärmend. Angora gilt als eine der wärmsten Naturfasern überhaupt. Sie speichert Wärme hervorragend, ist dabei aber extrem leicht.
Mohair wärmt ebenfalls gut, wirkt jedoch etwas luftiger. Es isoliert, ohne zu beschweren.
Elastizität und Haltbarkeit
Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied.
Angora ist sehr weich, aber weniger strapazierfähig. Reines Angoragarn wird deshalb meist mit Schurwolle oder anderen Fasern gemischt, um Stabilität zu verbessern.
Mohair ist robuster und besitzt eine höhere Reißfestigkeit. Es wird ebenfalls häufig gemischt, kann aber auch in höherem Anteil verarbeitet werden.
Vergleichstabelle
| Merkmal | Angora | Mohair |
|---|---|---|
| Herkunft | Angorakaninchen | Angoraziege |
| Weichheit | extrem weich | sehr weich |
| Flausch | stark ausgeprägt | weich, kontrollierter |
| Glanz | eher matt | leicht glänzend |
| Wärme | sehr hoch | hoch |
| Strapazierfähigkeit | geringer | höher |
| Häufige Mischung | mit Schurwolle | mit Seide oder Merino |
Wofür eignet sich welche Faser?
Angora eignet sich besonders für:
- sehr weiche Schals
- leichte, wärmende Accessoires
- Projekte, bei denen maximaler Kuschelfaktor gewünscht ist
Mohair eignet sich besonders für:
- leichte Pullover
- Strickjacken
- Tücher
- als Beilauffaden für mehr Flausch und Struktur
Fazit
Angora steht für maximale Weichheit und intensive Wärme, ist aber empfindlicher. Mohair verbindet Weichheit mit mehr Stabilität und einem feinen Glanz. Beide Fasern verleihen Strickstücken eine besondere, flauschige Optik – mit leicht unterschiedlichem Charakter.


